Einblick in die Ausstellung „Salieri sulle tracce di Mozart“, Architektur: Zaha Hadid / Patrik Schumacher

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Einblick in die Ausstellung „Salieri sulle tracce di Mozart“, Architektur: Zaha Hadid / Patrik Schumacher

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Modell für die Ausstellungsarchitektur von „Salieri sulle tracce di Mozart“, Zaha Hadid / Patrik Schumacher

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Salieri sulle tracce di Mozart


vom 3. Dezember 2004 bis 30. Jänner 2005
Palazzo Reale, Milano


Eine Ausstellung des Da Ponte Instituts anlässlich der Wiedereröffnung der Mailänder Scala.

Europa riconosciuta
Anlass der Ausstellung war die Wiedereröffnung der Mailänder Scala, die am 7. Dezember 2004 mit einer Aufführung von Antonio Salieris Europa riconosciuta (Die wiedererkannte Europa) gefeiert wurde.
Die Neuinszenierung dieser Reformoper, die schon 1778 bei der Eröffnung der Scala auf dem Spielplan stand, danach aber nie mehr wieder aufgeführt wurde, ist eine bedeutsame Geste zur Aktivierung unseres „kulturellen Gedächtnisses“. Sie führt einerseits die historische Bedeutung der Theresianischen Zeit für die Lombardei vor Augen, erinnert andererseits an den Mythos (der) Europa, der im Hinblick auf die Neuformierung der europäischen Union wieder Aktualität gewinnt.

Durchaus buchstäblich kann der Titel „Salieri auf den Spuren von Mozart“ verstanden werden: Der künstlerische Weg Salieris führte durch eine Reihe von Städten, in denen der sechs Jahre jüngere Mozart schon vor seinem älteren Zeitgenossen tätig war: Wien, Paris, Mailand, Rom und Neapel. Im Lebenslauf und in den Werken beider Künstler zeigt sich eine urbane, weltoffene Kultur, die auch zu Vorstellungen und Visionen eines heutigen Europa inspirieren kann.

Salieri und seine Zeit
Das ausgehende 18. Jahrhundert war eine Zeit des Umbruchs, die sich in den beiden Künstlerpersönlichkeiten Salieri und Mozart exemplarisch widerspiegelt. Es war die Epoche Maria Theresias und ihrer Reformen, der beschleunigten Reformpolitik Josephs II., der Auflösung des Ancien Régime, von Rokoko Klassizismus. Europa war ein Schauplatz großer Veränderungen, die das 19. Jahrhundert und die spätere Moderne erst möglich gemacht haben. Man kann diese Zeit auch als „Les débuts du siècle“ bezeichnen.

Salieri – seit 1788 Hofkapellmeister in der kaiserlichen Residenz – war ein institutionalisierter Komponist, während sein Antipode Mozart weitgehend als freiberuflicher Künstler tätig war.

Anhand von zeitgenössischem Material zeigte die Ausstellung das Leben und das vielfältige Werk Salieris in unterschiedlichen Kontexten:
– Mailand und die Theresianische Lombardei
– Wien unter Maria Theresia und Joseph II.
– Lorenzo da Ponte, Mozart und Salieri
– Das vorrevolutionäre Paris
– Salieri und Franz II.
– Salieri als Lehrer großer Komponisten: Beethoven, Schubert,
Meyerbeer, Liszt

Die Architekten Zaha Hadid & Patrik Schuhmacher haben der komplexen Kombinatorik des Materials einen dynamischen, multidimensionalen Raum gegeben.

Veranstalter: Palazzo Reale, Da Ponte Institut, Teatro alla Scala,
Comune di Milano
Ausstellungsort:
Palazzo Reale, Piazza Duomo 12, Milano
(täglich geöffnet außer Montag von 9.30–10.30 Uhr)
Pressekonferenz im Palazzo Reale: 2. Dezember 2004, 11.00 Uhr
Eröffnung: 2. Dezember 2004, 18.30 Uhr

Idee, Konzept und Produktion: Da Ponte Institut
Kurator: Herbert Lachmayer
Co-Kuratoren: Reinhard Eisendle, Theresa Haigermoser
Produktionsleitung: Elisabeth Kamenicek
Ausstellungsarchitektur: Zaha Hadid & Patrik Schumacher
Designteam: Laura Aquili, Ergian Alberg und Rocio Paz
Aufbau: Michele Tosetto


In Kooperation mit dem Palazzo Reale, der Comune di Milano, der Fondazione Teatro alla Scala und den Europäischen Mozart-Wegen.
Mit freundlicher Unterstützung von
Zumtobel Staff, Sawaya & Maroni, Il Giornale.

Zur Ausstellung erschien ein umfangreicher Katalog (ca. 380 Seiten) mit 22 Beiträgen von internationalen Wissenschaftern, in italienischer und deutscher Ausgabe.
Salieri sulle tracce di Mozart
Herausgegeben von Herbert Lachmayer, Theresa Haigermoser
und Reinhard Eisendle
Bärenreiter-Verlag Kassel, Basel, London, New York, Prag 2004