Ein FWF gefördertes PEEK Projekt AR 81-G21

Die Kulturtechnik „Staging Knowledge“ im Ausstellungsformat verdankt sich einer „künstlerisch-wissenschaftlichen“ Forschungspraxis – Vermittlungsstrategie ist dabei immer auch Forschungsstrategie, wie umgekehrt. Künstlerische Erfahrung und kognitives Wissen geraten in eine produktive Wechselwirkung – inszeniert auf einer Bühne transdisziplinärer Interaktion. Einer dabei entwickelbaren Geschmacksintelligenz wird die kreative Funktion zugeschrieben, ästhetische Erfahrung und Imaginationskraft gegenüber der Deutungsmacht von Theoriediskursen als sensualistische Erkenntnisform sui generis zu entwickeln. Dieser, auch an Aby Warburg orientierte Erkenntnisprozess „sinnlichen Begreifens“ von Kultur versucht der Tendenz entgegenzuwirken, man könne sich den „cultural content“ einfach „reinziehen“ oder „runterladen“. Vielmehr geht es um eine konversationsähnliche Verfahrensweise des „Herbeiredens“ von Ausstellungen durch das kuratorische Team, um nach Eröffnung der Ausstellung in selbiger „weiterzureden“. Vor dem philosophischen Hintergrund einer steten „Aufklärung der Aufklärung“ wird in den „Staging Knowledge“-Ausstellungen die Faszinationsgeschichte des modernen Individualismus vorgeführt – mit dem 18.Jahrhundert in der Gegenwart anzukommen ist die Devise, gebrochen um jene Missverständnisse, die das späte 19. Jahrhundert mit der Zeit vor und um 1800 hat. Die Leitdifferenzen von Widersprüchlichkeiten der kulturgeschichtlichen Inhalte werden nicht zu Synthesen harmonisiert, sondern in ihren Paradoxien belassen und diese als Erkenntnis- und Darstellungsprozess ausbalanciert. Emblematische Komponenten der Gestaltung dieser „bespielten Bühnen“ sind die sogenannten „Hermeneutic Wallpapers“, welche den konzeptuellen Kontext widerspiegeln – Prototypen dazu wurden von Franz West und Rudolf Polansky kreiert.

Neben den Ausstellungen und der universitären Studienrichtung „Staging Knowledge“ (Kunstuniversität Linz, Stanford University/CA) entstanden auch Anwendungen im Bereich der gymnasialen Oberstufe und der LehrerInnenfortbildung, frei nach der Fragestellung „Gibt es eine Ausbildung zur Bildung?“. Diese „künstlerisch-wissenschaftliche“ Forschungspraxis wird ab Wintersemester 2013/14 an der „School of Education“ der Universität Innsbruck und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien vorgetragen.