GUSTAV MAHLER -

Produktive Dekadenz in Wien um 1900
Ein FWF gefördertes PEEK Projekt AR 81-G21

 

Ausstellung
von 15. April bis 13. Mai 2011, Österreichisches Kulturforum Berlin
Staging Knowledge

 


Als Opernreformer und Skandalisierer begegnet uns Gustav Mahler auf der Bühne der Fin de Siècle-Gesellschaft in der schillernden Figur des K.& K. Hofoperndirektors, als gefragter Konzertdirigent in den Musikmetropolen Europas - und zuletzt als gefeierter Star der Metropolitan Opera in New York.
Dem kongenialen Paar, Mahler als dirigierender Opernchef und Alfred Roller als Bühnenarchitekt, gelingt ein völlig neuer Illusionierungsraum des Musiktheaters, der das Glamouröse der Salons - dem von Bertha Zuckerkandl, Carl Moll oder von Alma Mahler selbst - als Grand Opera widerspiegelt.
Die Ausstellung vermittelt eine höchst verfeinerte Geschmacksintelligenz jener Gesellschaft, welche nach der „produktiven Dekadenz“ ihrer Genies süchtig geworden war - im Kontrast zur Arroganz und der elaborierten Verachtungsstrategie eines strukturkonservativen Hochadels. Der„Sommerkomponist“ Gustav Mahler, die Hall of Fame der großen GesangsheroInnen, der Esprit experimenteller Avantgarden bevölkern variantenreich diese „Wissensoper“, um mit der Aktualisierung des Endzeitzaubers jenes Epochenbruchs „in der Gegenwart anzukommen“.